Es wird nicht nach Magnetismus rekonsturiert sondern nach Clusteraufteilung. Der Magnetismus spielt nur für die Speicherung eine Rolle, dem Recoverytool ist er egal. Das Recoverytool durchsucht eine HD clusterweise nach Verweisen und Dateiresten, die auf die wiederherzustellende Datei zeigen und fügt alle diese Fragmente zur beauftragten Datei zusammen. Meist kommen da zwar wieder die gewünschten Dateien heraus, aber oft ist der Inhalt so stark beschädigt, daß die Dateien am Ende doch unbrauchbar sind.
Unproblematisch dürfte die Wiederherstellung von Platten mit Headcrash oder Motorausfall sein. Problematisch wird es bei Platten mit überschriebenen Daten. Da dürfte nur der geringste Teil wiederherstellbar sein. Die Platten sind meist fragmentiert und die Daten über große Teile der Festplatte verteilt. Wenn sogar noch überschrieben, wird es quasi unmöglich bestimmte Teile einer Datei zu retten, dann bekommt man eine Datei, die beschädigt ist: z.B. ein Word.doc in dem nur noch 3 Seiten lesbar sind und der Rest aus weißen Seiten besteht, oder ein Bild, das z.T. keinen Bildinhalt hat. Außerdem bringt das Clusterauslesen Dateigrößen hervor, die nicht den Ausgangsgrößen entsprechen.
Es ist also nicht so, daß alter Magnetismus wieder hergestellt wird, sondern, daß die Platte nach noch vorhandenen Dateiresten und Dateiverweisen durchsucht wird. Eine einmal überschriebene Datei ist und bleibt überschrieben.
Man hört zwar von den vermeindlich "magischen" Fertigkeiten dieser Labore, ich befürchte aber, daß hinter diesen Rekonstuktionen weniger steckt, als sich viele vorstellen. Oft ist es aber eben so, daß ganze Dateien über Monate erhalten bleiben, obwohl die Platte mehrfach überschrieben wurde. Sucht man z.B. auf einer absichtlich gelöschten Platte eines Staftäters nach Hinweisen, kann es schon reichen, wenn zufälligerweise ein Dokument oder Bild sich wieder herstellen läßt.
Zur obigen Frage: Versuch mal die Clustergröße zu vergrößern, dies könnte helfen. Die Dateien werden dadurch aber sehr groß und stimmen nicht mehr mit der Ausgangsgröße überein. Je fragmentierter eine Platte aber zum Zeitpunkt der Speicherung war, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Datenrettung. Das Schreiben auf einer Platte, von der Daten gerettet werden sollen, ist absolut verboten! 1:1 Datenrettung bei einer überschriebenen Datei halte ich für ausgeschlossen. Ich wüßte nicht, woher man die Information für die überschriebenen Inhalte hernehmen soll. Die Profis haben aber sicher bessere Algorythmen und vor allem geschultes Personal, um Dateigrößen und anderes besser zu berechnen und auszulesen. Endgültig können das aber nur Profis sagen. Wenn ich deren Kleingedrucktes richtig gelesen habe, dürfte ich mit dem hier Geschriebenen richtig liegen. Es gibt ja auch Statistiken, die zeigen, daß Datenrettung keine 1:1 Magie ist und wenn die eine HD zu 100% gerettet wird, dürfte es für die andere ziemlich mies aussehen. ;)