an unsere Linuxgemeinde,
Marcelo Tosatti, der Verantwortliche für die aktuelle Produktionsversion des Linux-Kernels, hat die Version 2.4.20 der Basis der beliebten Linux-Distributionen freigegeben.
Zu den Neuerungen des 2.4.20-Kernels gehören unter anderem beschleunigte SCSI-Verwaltung, Bugfixes im ISDN-System, Unterstützung für neuere Nvidia nForce-Karten sowie zahlreiche Bugfixes. Die Details kann man wie immer dem Changelog entnehmen.
Etwas seltsam mutet allerdings eine "Besonderheit" des aktuellen Kernels an. Er enthält auch, wie bereits einige Kernel davor, einige Security Patches, die Sicherheitsprobleme lösen, die im Laufe der Zeit aufgetaucht sind.
Unter diesen Patches ist nun auch einer, der bereits traurige Berühmtheit erlangt hat. Der von Red Hat eingebrachte Patch mit der Red Hat internen Nummer RHSA-2002-158. Der dazugehörige Fehler im Kernel könnte nun dazu dienen die "digitale Sicherheit" des Systems zu umgehen, was in den USA nach dem "Digital Millennium Copyright Act of 1998" (DMCA) verboten ist. Um hier einer eventuellen Strafe zu entgehen, kann Red Hat innerhalb der USA nicht die Natur des Problems beschreiben, sondern nur den Patch zur Verfügung stellen.
Mit der "European Union Copyright Directive" (EUCD), die wir ja bereits im letzen WCM vorgestellt haben (Richtlinie zur Harmonisierung des Urheberrechts), hat auch die EU eine dem DMCA entsprechende Gesetzgebung verabschiedet, sodass wir uns auch in Europa bald daran gewöhnen müssen, nicht mehr zu wissen, welcher Natur die Sicherheitslücken sind, die wir regelmäßig stopfen.