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Mehr oder weniger illegale Speicherung von Verbindungsdaten

Tilo Nachdenklich / 4 Antworten / Baumansicht Nickles

Verbindungsdatenspeicherung bei DSL-Flatrates. Gerichtsentscheid und Realität.

Telepolis hat eine Rundfrage zum Thema gestartet und siehe da die eingeholten Auskünfte erweisen sich als unzuverlässig.
Telepolis möchte nun ein "Kontrollorgan zur Auskunftspolitik der Provider" schaffen, weil Provider oberschlaue Presseabteilungen haben, die nun mal anders auskunften, als es der Erfahrung einzelner Nutzer entspricht.

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24496/1.html

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Olaf19 Tilo Nachdenklich „Mehr oder weniger illegale Speicherung von Verbindungsdaten“
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Eine ganz banale Frage: Zu welchem Zweck werden eigentlich die Verbindungsdaten gespeichert?

Bei Kunden mit Volumen- oder Zeittarifen ist das ja klar, aber bei Flatratekunden ist es überflüssig wie ein Kropf. Jetzt frage ich mich, was hat der Provider davon, dass er die Daten sammelt? Im Zweifelsfall profitieren davon doch nur andere (Staatsanwaltschaft, MIFI oder sogar Hacker), der Provider hat nichts davon. Im Gegenteil, er verärgert sogar seine Kunden - bspw. wenn ein Kunde Filesharer ist und die Polizei bei ihm auf der Matte steht...

CU
Olaf

Die Welt ist ein Jammertal ohne Musik. Doch zum Glueck gab es Bach, Beethoven, Haendel und Goethe (Helge Schneider)
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Tilo Nachdenklich Olaf19 „Mehr oder weniger illegale Speicherung von Verbindungsdaten“
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"Zu welchem Zweck werden eigentlich die Verbindungsdaten gespeichert?"

Je mehr Daten man hat, desto mehr kann man machen. So wie das Erdöl die Industrie der Industrienationen am Leben erhält und schmiert, so funktionieren die Daten in der Computerwelt. Aber warum soll ich meine Daten hergeben, es gibt doch obskure Begehrlichkeiten, Dilitantismus da draußen? Und das ist nun der Punkt: Ich gebe sie nicht her...und dann klauen sie sie, also wirklich rechtswidrig. Wer "sie" sind, präzisiere ich jetzt mal nicht genauer... Dreist ist jedenfalls, dass die Provider ihren illegalen Schatz ja anscheindend an beliebige anfragende Rechtsanwaltskanzeleien rausrücken.

Der Artikel der Redation zielt auf den gleichen Heise/Telepolisartikel:
http://www.nickles.de/c/n/5364.htm

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Olaf19 Tilo Nachdenklich „Mehr oder weniger illegale Speicherung von Verbindungsdaten“
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Naja, verstehen würde ich das, wenn die Provider die Daten z.B. an die Werbewirtschaft verkaufen würden, so etwa nach dem Prinzip "Gib mir mal die Daten zu der IP-Adresse, die neulich eine halbe Stunde auf meiner Internetpräsenz gesurft hat" - aber ich vermute, dass so etwas auch heute noch, in den Zeiten aufgeweichten Datenschutzes streng verboten und das Risiko dabei erwischt zu werden für den Provider recht groß ist.

Die Weitergabe an Rechtsanwaltskanzleien ist mir absolut schleierhaft... kennen die nicht den Unterschied zwischen einem Rechts- und einem Staatsanwalt??

CU
Olaf

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Tilo Nachdenklich Olaf19 „Mehr oder weniger illegale Speicherung von Verbindungsdaten“
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"kennen die nicht den Unterschied zwischen einem Rechts- und einem Staatsanwalt??"

Flatrates zwischen Schein und Sein. Die Powersurfer sind so teuer und vermiesen den Markauftritt im "Geiz ist geil"-Umfeld. Es ist eine Überlebensfrage für die Unternehmen und sie entscheided sich anscheinend in der Grauzone zwischen ein bischen verdeckt/schlampig illegal und Datenschutzversprechen. Außerdem sollen die Gesetze geändert werden und dann wäre in Zukunft die Strafverfolgung für die alten Fälle (so ich mich dunkel erinnere) Ermessenspielraum der Staatsanwaltschaften.

Und nun wird auch klar, warum die Vorratsdatenspeicherung kommen MUSS.

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